Samstag, 14. November 2015

Besuchszeit





Als Mensch wäre Manu wohl ein richtiger Partylöwe, oder sagen wir mal so, er wäre gerne und oft ein guter Gastgeber. Manu liebt nämlich Besuch. 
Somit war der Mittwoch für ihn wohl der tollste Tag in der Woche, denn es kam direkt doppelter Besuch.

Nun ja, der Besuch am Morgen war sicherlich nicht vergleichbar mit dem am Abend, aber immerhin war der Schornsteinfeger im Haus. 
Für mich ist es ein eher stressiger Besuch, denn auch wenn der nette Herr mir nie das Gefühl gibt, dass er der quirligen Hundeschar nicht gewachsen ist, so möchte ich ihm das geballte RemmiDemmi doch gerne ersparen. 
In dem Fall dürfen die Jungs zur angekündigten Zeit mit einem Knabberknochen zum Computerfreak ins Zimmer umziehen. Das mögen sie sehr gerne, denn nicht nur der Knabberknochen ist ein Highlight, sondern auch das Zimmer. Emi bleibt an meiner Seite und verkriecht sich mit ihrer Beute unter dem Prinzessinenstuhl. Sicher ist sicher, denn wer weiß, wann Luke und Manu wieder unten erscheinen.

Die Reaktionen auf die Ankunft des schwarzen Mannes sind sehr unterschiedlich. 
Aus dem Zimmer in der oberen Etage ertönt ein kurzes, dunkles Bellen. Manu deutet an, dass ihm im Moment der Knochen noch viel wichtiger ist, dass er aber Bescheid weiß, und notfalls eingreifen könnte. 
Luke lässt ein paar entschiedene Beller hören und legt sich dann wieder zum Schlaf hernieder (der Feind ist ja informiert), und Emi, die nun kurz in die Küche umgezogen ist, bellt mit einer Quietschestimme, die eher einen Tinnitus hervorruft, als dass sie einen Feind in die Flucht schlagen würde. Oh Schreck, welch ein Konzert wird dem Herrn da gerade geboten? Er nimmt es mit Gelassenheit.
Ich bin trotzdem froh, wenn der Spuk vorbei ist, und ich die ganze Schar wieder aus ihrem Gefängnis entlassen darf, 

wenn sie denn will!!!


Manu weigert sich nämlich erst einmal sein Exil zu verlassen, denn der Knochen ist noch nicht zu Ende gekaut. Anderseits lockt natürlich der fremde Geruch. Unser Podi ist hin- und hergerissen. Luke dagegen stürzt sofort an ihm vorbei und widmet sich der neuen Geruchswelt. Dabei verliert er die Kontrolle über seinen Knochen und diesen dann an Emi. Die ist ja schlau und auf diesen Moment natürlich vorbereitet. Dummerweise hat sie ihren  angeknabberten Knochen vergessen, und somit geht der jämmerliche Rest dann an Manu, der mit seinem nun endlich fertig ist. Nachdem ich Luke einen Ersatzknochen geliefert habe, 





den er in seiner Schusseligkeit wieder vergisst und den Emi daraufhin im Garten vergräbt, verliere ich im Knochenchaos endgültig den Überblick und verweigere die Herausgabe neuer Ersatzstücke. Es bleibt dabei, für mich sind Schornsteinfegerbesuche so richtig blöd, die Hunde dagegen kommen auf ihre Kosten. Der eine mehr, der andere weniger.




Viel schöner ist dagegen der Besuch am Abend. Manu hat das Glück und ist bei der Ankunft allein zugegen. Er kann alleine freudig bellen, wenn es klingelt, alleine jämmerlich weinen, wenn der Besuch zu lange im Treppenhaus braucht und alleine einen Freudentanz vom Feinsten hinlegen, wenn der Besuch denn endlich zur Tür hereinkommt. Außerdem kann er sich den besten Platz auf der Couch bunkern. Genau zwischen dem weiblichen und dem männlichen Besuch. Kopf für den Herrn, Poppes für die Dame. Ausgiebiges streicheln inklusive, sodass man sich genüsslich auf den Rücken legen und alle Beine von sich strecken kann. Das Hundeleben kann sooooo schön sein.



Dazu gibt es dann auch noch eine exquisite Leckerlistange. Party, yeah!!

Friede, Freude, Eierkuchen, bis dann irgendwer die lästige Konkurrenz ins Zimmer lässt, die sich dann auch noch für den Besuch interessiert.

Nix da! Zum ersten Mal seitdem er bei uns lebt, wird Manu richtig böse, und auch wenn er nur einmal kurz grantelt und die "Geschwister" in ihre Schranken verweist, so sind wir doch geplättet. Prompt entspringt einem dann dieser Klischeespruch, der ja auch der Wahrheit entspricht und doch immer so blöd klingt.


Das hat er ja noch nie gemacht!!


Arme Emi, sonst ist sie seine große Liebe, und dann wird sie einfach gegen den Besuch eingetauscht. Ganz eifersüchtig wacht der Spanier über die Zweibeiner, als gehörten sie ihm ganz alleine. Was denkt er sich denn nur dabei?
Und was macht der Besuch? Der sorgt zum Glück für die Entschärfung der Situation und tauscht die Couch gegen Frischluft ein. Es gib einen 1a-Spaziergang rund um den Park, und danach doch tatsächlich noch eine große Tüte Futter als Abschiedsgeschenk. Der einzige Haken, die Tüte ist nur für Manu, tsss.

Manche Sachen muss Hund einfach nicht verstehen.

Kommentare:

  1. Ohje, bei euch ist ja ganz schön was los, wenn Besuch kommt. Aber wie Manu "seinen" Besuch verteidigt, finde ich sehr interessant. Wenn wir Besuch haben, also den Besuch, den ich hereinlasse und nicht stundenlang verbelle, dann nehme ich den auch gerne in Beschlag. Und wenn der Besuch selbst einen Hund hat, dann darf der nicht mehr zum Besuch, das sag ich auch sehr deutlich. So ganz ohne weiteres darf der Besuchshund dann aber auch nicht zu meinem Frauchen, also ich glaube, ich kann Manu ganz gut verstehen :-)

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Bis jetzt war Manu zu jedem Besuch sehr freundlich, aber dass er ihn nur für sich wollte, das ist neu. Gebellt wird nur, wenn der Besuch nicht sichtbar ist. Sobald zu erkennen ist, dass wir vor dem Besuch nichts zu befürchten haben, ist Stille. Nur Emi gibt noch ein paar Micky-Maus-Beller von sich. Das ist dann aber eher Unsicherheit. Sie lässt sich im Gegensatz zu den Jungs ja auch nicht anfassen.

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  2. Kann die Freude über Besuch nur zu gut verstehen. Besuch ist so ziemlich das Beste auf der Welt! Noch besser ist nur Besuch, der Käse oder Kekse mitbringt. ;-)
    Liebe Grüße
    Lotta

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    1. Tja, an der Sache mit dem Käse und den Keksen muss auf jeden Fall der Schornsteinfeger noch arbeiten :). Käse und Kekse wären hier definitiv der Hit. Da der Schornsteinfeger ja auch erst nächstes Jahr wieder kommt, hätte er eigentlich sogar genügend Zeit schöne Kekse zu backen und zu bemalen. Ich hätte es vorschlagen sollen!

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  3. War der besuch nur für Manu, die ja nur ihm Leckerli mitbrachten? Waren das etwa Interessenten für Manu?

    Ansonsten sind Besuche hier entspannt, sobald Socke versteht, dass wir uns über den Besuch freuen. Bei unerwünschtem Besuch wird hier gebellt und im Zweifel auch gezwickt..

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Och, bei unerwünschtem Besuch kann ich das auch verstehen. Da möchte man selbst ja auch gerne mal bellen oder zwicken, oder?
      Gibt es bei den Tibis eigentlich ein Zwick-Gen? Hier zwickt nämlich auch nur Luke, zwar sehr selten und auch keinen unerwünschten Besuch, aber wenn er dringend Aufmerksamkeit braucht und diese nicht bekommt, dann zwickt er ganz leicht ins Bein - sozusagen ein "Notruf".
      Der Besuch war hauptsächlich für Manu da, aber keine Interessenten.

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  4. Oh, zu uns kommt nächste Woche der Schornsteinfeger. Vielleicht können wir dann auch so ein Knochenchaos anrichten. Hoffentlich fehlt uns dazu nicht ein dritter Hund. Wenn wir es richtig anstellen kriegen wir das vielleicht auch zu zweit hin. Besuch bekommt Lotte sehr gerne, ich, die Emma, gucke mir den Besuch lieber vom Körbchen aus an. Ab und zu quatsche ich auch mal dazwischen oder untersuche die Handtaschen der weiblichen Besucher. Manchmal sind da ganz interessante Dinge drin. Nur Frauchen passt immer auf und nennt mich Taschendiebin *pffft*
    Liebe wauzis von Emma und Lotte

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    1. Oh ja, das mit den Taschen haben unsere Nasen auch schon durchschaut. Wir hatten im August hier auch Besuch, der seine Leckerligeschenke und noch andere interessante Sachen in der Tasche hatte. Da musste ich auch ein Auge auf bestimmte weibliche Hunde hier haben, räusper, nicht wahr, liebe Emi?
      Sollte euch ein dritter Hund zum Knochenchaos fehlen, ich könnte da ein paar Freiwillige benennen.
      Hunde, die sich den Besuch vom Körbchen anschauen, finde ich aber eigentlich ganz toll. Das klingt doch nach einem sehr braven Hund. Gerade, wenn es auf Weihnachten zugeht, kann das gar nicht falsch sein!!

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  5. Eine Tüte Futter nur für Manu (?) - bahnt sich da was an - so besuchstechnisch und so... *amkopfkratz*

    Ansonsten fällt mir leider kein knöchricher Spruch zu diesem Chaos ein... lach

    LG Andrea

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    1. Hihi, jetzt bin ich aber überrascht, wenn dir schon kein Spruch mehr einfällt, wem denn dann?
      Im Moment bahnt sich für Manu erst einmal nur eine Futterumstellung an. Aus diesem Grund bekommt er jetzt sein Abendessen aus einer wunderbar knisternden Tüte, die so himmlich riecht, dass Emi sie immer umkreisen muss und doch bis jetzt noch nicht den Eingang gefunden hat. Leider darf sie auch nie lange suchen, denn die blöden Menschen halten die Tüte unter Verschluss.

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  6. Besuch liebe ich über alles, teilen musste ich ihn aber noch nie, nie. Sehr spannend wie Manu sich verhalten hat - und dann noch eine Futtertüte ganz für sich alleine. Die Bilder und die Geschichte mit dem Kamienfeger ist auch ganz tolle. Bei euch ist echt was los, ich glaube da würde ich gerne mitmischen.
    Sonntagsgrüsse von Ayka

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    1. Na, der Kaminfeger würde sich aber bedanken, wenn du auch noch mitmischen möchtest. Ich glaube, irgendwann ist dann aber auch Schluss mit der Toleranz, wobei unser Rudel sicher gerne noch Unterstützung hätte. Du bist also willkommen.

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  7. Ist schon interessant wie so ein kleines Rudel unterschiedlich auf Besucher reagiert und beim Lesen kam mir gleich der Gedanke, dass Emi mit ihrer glockenhellen Stimme ähnliche Geräusche verursacht wie Raja, mich wundert hier immer, dass noch keiner von uns einen Hörsturz bekommen hat !

    Liebe Grüße
    Claudia mit Raja

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    1. Glockenhelle Stimme, also so nett würde ich Emis Stimmchen nicht betiteln, und wir sind auch noch nie auf jemanden getroffen, der die gleiche Stimmlage hat (jetzt vielleicht?). Wir hatten ja gehofft, es wächst sich irgendwann raus, und sie bekommt so eine schöne dunkle Stimme wie Manu sie hat. Aber Fehlanzeige, Micky Maus bleibt uns erhalten. Aber das Gehör gewöhnt sich ja an fast alles :)

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  8. "Das hat er ja noch nie gemacht!"
    Eines unserer liebsten Sprüche, den wir bei Milo des öfteren (und wirklich ungern und über uns selbst lachend) aussprechen.
    Bei Milo entwicklen sich ab und an auch mal neue Verhaltensmuster, die wir so nicht kennen.
    Und haben wir das eine im Griff, klappt das andere wieder nicht so gut oder es kommt was gänzlich neues hinzu *Kopfschüttel*

    Man lernt nie aus....auch der Hund wohl nicht.

    Gepunktete Grüße
    Katharina mit Milo

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