Montag, 18. Januar 2016

Niederrheinschnee



Schneebilder.
Im Moment sieht man sie im Netz überall. Schneebilder von glücklichen Hunden, die wild in der weißen Pracht toben oder sich chillend einschneien lassen. Wir Niederrheiner betrachten diese Bilder mit gemischten Gefühlen. Staunend und ein bisschen wehmütig. 



Und wir warten.
Und wir schauen.

Ja, wir schauen täglich in die Wettervorhersage und fragen uns, wann es denn endlich auch bei uns soweit ist. 
Und dann kommt er endlich, dieser Tag, der genau dieses Wunder ankündigt. 
Samstag wird es soweit sein. Morgens Schneeschauer, mittags Schneeschauer, abends Schneeschauer. Dieses Winterwunder wird uns sogar bis in den Sonntag begleiten.

Am Montag vorher wird es schon deutlich kälter, und zur Bestätigung, dass uns nun doch der Winter erreicht hat, schlitter ich beim Bremsen mit dem Wagen in entzückenden Schlangenlinien die Straße entlang. Die Zeichen für Schnee stehen gut, und der samstägliche Ausflug wird fest in die Wochenendplanung einzementiert. Unser schneeweißer Luke in der weißen Pracht. Ach, was wird das eine Freude. Hoffentlich finden wir ihn auch wieder.

Der Samstag kommt, und weil wir nachmittags bei all den Schneeschauern schon fast eingeschneit sind, ziehe ich mich warm an. Mütze und Handschuhe müssen sein. Wie lange haben sie in diesem Winter schon auf ihren großen Auftritt gewartet. 
Dann packe ich den Puschelhund ins Auto, und los geht es zum Lieblingsfeld, wo das weiße Wollknäuel sich im fast kniehohen Schnee (es schneit ja nun schon seit Stunden ganz kräftig) mal so richtig austoben kann.

Die Anfahrt zum Parkplatz stelle man sich beschwerlich vor. Bis jetzt hat niemand die Straßen geräumt. Sollte der Neuschnee den anderen Niederrheinern entgangen sein? Auch im Lieblingsfeld sehen wir keine frischen Spuren im Schnee. 
Alles unberührt - ein Traum. 
Überraschenderweise sind wir an diesem Tag sogar absolut mutterseelenallein unterwegs. 
Auch meine Sorge, der schneeweiße Hund könnte mit dem weißen Hintergrund zur absoluten Unkenntlichkeit verschmelzen, erweist sich als unbegründet. Ich sehe ihn deutlich, und es ist eine wahre Freude, wie er durch die Felder saust.



Ein eisiger Wind weht uns um die Ohren und bohrt sich seinen Weg durch die Maschen meiner Mütze. Autsch. Ich beschleunige meinen Schritt und kämpfe mich durch den hohen Schnee. So wird mir wenigstens am Rest des Körpers mollig warm.

Dem Begleiter ist es egal. Im kalten Schnee ist er in seinem Element, und ich erfreue mich daran, wie schön sauber er bei diesem Wetter bleibt. Nicht auszudenken, wie der Matsch ihm bis zum Bauch spritzen würde, hätten wir heute nicht dieses schöne Schneewetter. So bleibt ihm die anschließende Badewanne sicherlich erspart.



Die wunderschöne weiße Landschaft mit dem glitzernden Schnee erfreut mein Auge. Es knistert so schön unter meinen Füßen. Meine Schuhe sehen aus wie neu. Auch sie brauchen nachher keine abschließende Reinigung. 
Alle Pfützen sind zugefroren. Ab und zu knackt eine unter unserem Gewicht. Winterwunderland, soweit das Auge reicht.








Dicke Flocken setzen sich auf unsere Köpfe. Die Sicht wird immer schlechter, sodass wir uns nach gut einer Stunde auf den Heimweg machen.

Was wären wir Niederrheiner nur ohne unsere Fantasie?

Kurz vor Mitternacht fallen zur Bestätigung der Wettervorhersage dann tatsächlich ein paar einzelne Flöckchen. Ich kann sie im Schein der Straßenlaterne ganz deutlich erkennen und hoffe auf einen weißen Sonntag.

Kommentare:

  1. Das macht nichts - lach. Das Blogvölkchen hat ebenfalls eine blühende Fantasie und so denken auch wir uns einfach den Schnee dazu. Alternativ könnte man ja auch mal Photoshop bemühen, obwohl es wirklich sehr schade gewesen wäre, den puscheligen Luke nicht mehr in den Bildern ausmachen zu können... ;)

    LG Andrea mit Linda

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  2. Bei deiner Beschreibung über den Niederrheinschnee mußte ich herzhaft lachen :-)) uns Ruhrpottlern ging es ebenso und wir waren es gestern so leid auf den Schnee zu warten, dass wir ins Sauerland gefahren sind, dort haben wir den Schnee dann auch endlich gefunden^^

    Liebe Grüße
    Claudia mit Raja

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  3. Haha da fällt mir doch glatt ein zweites Zitat ein ... "ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt" ;)

    Schlabbergrüße Bonjo

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  4. Herrlich und wunderbar geschrieben... Hier liegt auch kein Schnee und Socke findet es toll. Wir sind zwar ohne Fantasie, aber auch ohne Schnee recht zufrieden...

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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