Der Herbst hat uns voll im Griff. Nur ist es nicht mehr der sonnige, goldene Herbst. Dieser hier zeigt sich eher von der Seite, wie er gerne in Bilderbüchern dargestellt wird. Am Himmel plazieren sich dunkle Wolken mit aufgeblähten Backen, damit sie Blätter von den Bäumen pusten können. Die Bäume biegen sich, und die Menschen können kaum ihre Regenschirme halten.
Ja, gestern hat er wirklich alles gezeigt, was er so auf Lager hat. Es war kalt, Regengüsse gingen auf uns nieder, und es windetet so stark, dass ich heute Morgen mit Überraschung festgestellt habe, dass tatsächlich noch Blätter an den Bäumen hängen. Unvorstellbar, dass wir am vergangenen Wochenende noch kurzärmelig unterwegs waren, mit strahlender Sonne und der Verwunderung, dass der Oktober doch so richtig schön sein kann.
Mit Luke machten wir uns auf den Weg nach Stevensweert in den Niederlanden. Dort befindet sich einer der Premiumwanderwege der Wasser.Wander.Welt, der sich komplett auf der holländischen Seite befindet und für uns den wohl längsten Anfahrtsweg bedeutet. Mich zieht er schon seit längerem magisch an, weil er sich doch etwas von den anderen Wegen unterscheidet. Außerdem hat er eine angenehme Länge ohne große Schwierigkeiten, sodass er sich für unseren Plüschi anbietet.
 |
Hompesche Molen (Mühle) |
Der Rundwanderweg Molenplas (Mühlensee) hat seinen Startpunkt an der Hompesche Molen, was sehr praktisch ist, denn diese sieht man schon lange, bevor man sein Ziel erreicht. Er ist nur 5,9 km lang, kann bei Bedarf aber auf etwas mehr als 7 km verlängert werden. Er ist ohne große Steigungen und man läuft die meiste Zeit am Wasser, da er sich auf einer Insel befindet, die von zwei Nebenarmen der Maas umschlossen wird. Außerdem ist er komplett umzäunt, da sich in dem Gelände frei laufende Galloway-Rinder und Konik Pferde befinden. Dieses kann unter anderem das Fotografieren etwas erschweren, denn auf dem Boden befinden sich in regelmäßigen Abständen riesige Fladen. Das heißt, man sollte eigentlich mehr oder weniger konstant ein Auge Richtung Erde haben, weil man sonst eine unliebsame Überraschung erlebt. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe das schon auf den ersten Metern ausgetestet. Aber das verläuft sich ja wieder. Zum Glück fühlte Luke sich weder kulinarisch noch wälztechnisch davon angezogen - phew.

 |
die Mühle ist allgegenwärtig |
An dieser Stelle führen lediglich diese Trittsteine über das Wasser. Wir hatten Glück, denn an diesem Tag waren sie nicht glatt. Nur Luke hatte einen leichten Gewissenskonflikt, weil doch das Frauchen zwecks Fotografieren zurückblieb. So war er auf halber Strecke hin- und hergerissen und landete -plumps- mit Beinchen und Bauch im Wasser.
Was ihn aber nicht weiter bekümmerte, denn die Sorge, dass das Frauchen nicht mitkommt war dann doch viel größer. So ging es also eine Weile auf dünnen Steckelbeinchen weiter. Da uns die Sonne an diesem Tag aber wirklich hold war, sorgte sie dafür, dass Luke ganz schnell wieder trocknete.
 |
mal sanftes Gewässer |
 |
mal gewaltige Wellen |
 |
kräftige Brise in Holland...das Haar sitzt......hm? |
 |
♥♥♥ |
Man sieht deutlich, diese Strecke gefiel Luke ganz besonders. Dass er sich so ganz und gar nicht für Rinder jeglicher Art interessiert, war dann auch von Vorteil, denn nur ein Stückchen weiter trafen wir auf die erste Herde.
Ist es nicht schön, wie der Himmel die Dramatik dieser Szene unterstützt? Aber in Wirklichkeit marschierten wir ganz entspannt an dieser Herde vorbei. Die Tiere waren relativ weit entfernt und schenkten uns keinerlei Beachtung. Das geht auch anders, wie wir etwas später feststellen sollten.
Hier kann man andeutungsweise sehen, wie beliebt dieser Ort für Wasservögel ist. Diese Vögel waren eigentlich konstant präsent, wenn man sie auch selten sah, so konnte man sie die meiste Zeit doch recht deutlich im Hintergrund hören. Teilweise zogen sie aber über unseren Köpfen daher, schauten aus dem Uferbewuchs in unsere Richtung oder plantschten tiefenentspannt in unserer Nähe.
 |
Luke freiwillig im Wasser (!!) - das sind Tage, an denen Helden geboren werden |
Und dann kam der Moment, in dem es uns dann doch etwas mulmig wurde. Eine Rinderherde vor uns, und dann auch noch mitten auf dem Weg ohne eine richtige Möglichkeit diese zu umgehen - puh.
 |
schon ein schönes Tier, oder? |
 |
Da sollen wir durch? |
 |
Was soll dieser Blick uns sagen? |
 |
Wir lassen dem Rind den Weg und stolpern am Zaun entlang |
 |
So sehen Sieger aus...... |
Danach waren wir schon fast am Ende des Rundwegs angekommen. Vorher passierten wir noch eine Reihe uralter, abgestorbener Bäume. Diese hatte man beim Abbau von Kies entdeckt. Für mich sind sie schon ein "Highlight" auf dieser Strecke.
 |
abgestorbene 2000 Jahre alte Bäume |
Interessant, wie unterschiedlich der Himmel sich an diesem Tag präsentierte. Die Temperaturen waren sommerlich, der Wind sorgte für angenehme Abkühlung. Der Himmel drohte zwischendurch mit Regen, schickte diesen aber erst, als wir wieder zu Hause waren.
 |
Eingangs-und Ausgangstörchen zugleich |
Der Molenplasrundweg hat uns wirklich sehr gut gefallen. Wir haben die angenehme Ruhe genossen, aber auch das bisschen Abenteuer, das er uns geboten hat. Dieses Mal sind wir nur die kleine Runde gelaufen, aber wir kommen sicherlich noch einmal wieder, und dann werden wir die Strecke etwas erweitern.