Samstag, 17. Mai 2014

Dem Regen entkommen

Sollen wir oder sollen wir nicht? Schon die ganze Woche über freuen wir uns auf unsere nächste Tour Richtung Wasser.Wander.Welt. Dieses Mal soll es eine wesentlich längere und schwierigere Route (11,2 km/ 4h) sein, auf die uns dann unser Energiebündel Emi begleiten wird.

Aber das Wetter!?!

Ein bisschen Regen nehmen wir hin, aber am Samstag gießt es den ganzen Tag wie aus Kübeln, die Bäume biegen sich im Wind, und wir machen uns berechtigte Sorgen, dass der geplante Ausflug ins Wasser fallen könnte.


Sonntag, früh am Morgen, ich werfe einen vorsichtigen Blick aus dem Fenster. Leicht bewölkt, aber freundlich. Muttertagswetter. Zack, zack, fertig machen und los geht es Richtung Kaldenkirchen. Ich muss nicht erwähnen, dass auf halber Strecke ein riesiger Regenguss auf unser armes Auto hernieder geht und der Wind kräftig an ihm rüttelt. Ich muss sicher auch nicht erwähnen, dass wir uns natürlich auch wieder kurz vor Schluss verfahren. Ansonsten wären es ja auch nicht wir, die da unterwegs sind.

Dieses Mal parken wir auf dem richtigen Parkplatz, und die gewünschten Schilder springen uns förmlich ins Auge. Yeah, ein Wunder! Geht doch!!







Emi zeigt sich am Anfang der Tour leicht verunsichert. Die fremde Umgebung irritiert sie deutlich, und sie hält sich zuerst bevorzugt in unserer Nähe auf. Der WBE meint schon, dass wir uns die Schleppleine wohl hätten sparen können.





Erst, als der Wald sich öffnet und wir eine riesige, wunderschöne Heidelandschaft betreten, blüht auch Emi auf.  Sie genießt die neue Strecke mit all den fremden Gerüchen. Was sie dagegen überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn einer voran geht, und der andere bleibt zum Fotografieren zurück. Nicht bei Emi. Bei ihr gibt es nur ein "gemeinsames Wandern", und es gibt bitte schön keinen, der meint, er müsse verloren gehen. Emi wartet. Notfalls bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Ginster, soweit das Auge reicht



Das Wetter lädt nicht unbedingt zum Chillen ein

Modder auf all unseren Wegen




Nach der Heide folgt der Wald und was für ein Wald. Ein Wald mit richtig bajuwarischen Anwandlungen, obwohl wir uns hier im deutsch-niederländischem Grenzgebiet befinden. Es geht bergauf, es geht bergab, und unsere Fellnase ist in ihrem Element. Wir schnaufen hinterher.


hier geht es schon leicht bergauf


schön kurvig

sogar mit Treppe

mit gaaaaanz viel Treppen

Emi demonstriert die Schräglage



Die Wege verwöhnen uns nebenher mit reichlich Programm, damit man die Atemnot schneller vergisst (nein, so schlimm war es dann doch nicht).




viele lehrreicheSchautafeln

verwunschene Tümpel

noch mehr Wasser

Ausblicke

fesselndes


Und dann sind sie plötzlich da. In Heerscharen und in allen Farben der Welt.

Die Fietsers.

Irgendwie kann man auch Störenfriede sagen, denn es wimmelt nur so von Radfahrern im Wald. Ab einem bestimmten Punkt haben wir immer ein Ohr nach hinten geschraubt und schrecken beim kleinsten Geräusch auf.

Radfahrer!!

Schleppleine einholen!!

Alle Mann an den Wegesrand!!

Und huuuuiiii, sind sie schon an uns vorbei.

Und wer jetzt denkt, wir reden hier von breiten Wegen, der hat geirrt. Selbst auf den kleinsten, engsten Wegen ist man nicht sicher. Sie fahren überall und ihre Räder machen aus den kleinsten Pfützen die schlimmsten Moddergruben. Liebend gern würde ich jetzt ganz dolle über sie meckern, sie zum Teufel wünschen, aber das kann ich nicht. All diese Radfahrer, wobei es sich wohl hauptsächlich um Holländer handelt, haben eine wohltuende Freundlichkeit.  Fast jede Fietsergruppe grüßt freundlich, und fast jede Fietsergruppe bedankt sich, wenn wir mal wieder den Weg räumen müssen. Das hat mich dann so erfreut, dass ich einfach nicht böse sein kann. Ja, ja, ich weiß, ich bin leicht zu beeindrucken.

Um diesen "Rowdies" zu entkommen gibt es kurz eine kleine Pause,


Yammi - Vitamine - neue Energie



und das ist gut so, denn die richtige Überraschung wartet noch auf uns.

Und nun?

Das holländische Schild zeigt nach links, das deutsche nach rechts. Über unseren Köpfen tanzen lustige, kleine Fragezeichen. Wir diskutieren kurz ein Pro und Contra der einsehbaren Wege, und weil der rechte Weg ein schmaler, uriger Waldweg ist, wählen wir ihn. Muss ich erwähnen, dass das ein Fehler war? Bald geht es regelmäßig stramm bergauf, an einer Stelle bin ich dankbar für junge, aber schon kräftige Bäumchen, an denen ich mich bergauf ziehe. Weiter vorne ächzt der WBE etwas, das entfernt nach "Sauerstoffzelt" klingt. Oben angekommen sind wir wieder auf dem Weg, den wir vor unserer Pause schon einmal gelaufen sind. 

Also zurück zur Kreuzung und dieses Mal bitte alle Mann links!

Eine gute Wahl. Die Wege, die deutlich unter dem Wetter der letzten Tage gelitten haben, führen uns durch ein waldreiches Gebiet und eine riesige Heidelandschaft, bis wir die traumhaft schöne Moorheide erreichen.

ein bisschen Pfütze


Emi behält den Überblick

Natur vom Feinsten



der Wind peitscht übers Wasser



Wollgras







Nach schätzungsweise 4 Stunden befinden wir uns wieder auf dem Parkplatz. Eine wunderschöne Wanderung durch herrliche Natur liegt hinter uns. Der Regen hat uns weitestgehenst verschont. Die paar Tropfen, die zwischendurch fielen, wurden von den Bäumen abgefangen. Wir sind also trocken geblieben, was in Anbetracht der regenreichen, letzten Tage schon fast an ein Wunder grenzt. Tatsächlich geht auch wieder ein kräftiger Regenschauer auf uns hernieder, bevor wir mit dem Wagen die Autobahn erreichen.

Diese Strecke hat uns so gut gefallen, dass wir sie sicher noch öfters laufen werden, vorzugsweise zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Das dürfte sehr reizvoll sein.

Also, tschüß Galgenvenn, wir sehen uns bald wieder!!


Kommentare:

  1. Jetzt verstehe ich auch, warum das Wasser.Wander.Welt heißt, bei so viel Wasser auf den Wegen, hihi. Es beruhigt uns ungemein, dass diese verqueren und unklaren Schilder scheinbar nicht nur bei uns ein Zuhause erhalten haben und wir nicht die einzigen sind, die sich andauernd verlaufen. Tja, und zu den Bergen, ich kann euch zu gut verstehen, naja, ich weniger, aber das Frauchen schon. :-)

    Wuff-Wuff euer Chris

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  2. Wieder sehr unterhaltsam geschrieben und bebildert! Fast habe ich das Gefühl, ich wäre mit euch gelaufen ... nur die Radfahrer, die hätte ich auch nicht gebraucht ;-)

    Liebste Grüße

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  3. Eine tolle Tour mit EMI, die ihr Rudel zusammenhält. So wie Socke. Die Radfahrer sind, auch wenn sie freundlich sind, irgendwie nervig...

    Manchmal frage ich mich, warum sie überall herfahren müssen, durch schöne Ecken, die sie aufgrund des Tempos eh nicht genießen
    Können. Aber ihnen steht das ja auch zu....

    Ein toller Spaziergang, auf dem mich das Wetter nicht gestört hätte...

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  4. Hallo ihr lieben
    Der Captcha ist weg , dann klappts auch mit dem kommentieren .
    VIELEN DANK!
    Bei dieser tollen Wanderung wäre ich auch gern dabei gewesen ,bei Wasserwanderungen sage ich nie nein . Liebe Grüsse Diva

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  5. Hahaha, wir könnten mit Euch laufen. Unsere Wanderungen sind auch immer so chaotisch... ;)

    Wunderschöne Gegend, hätte uns auch gefallen. Das mit den Radfahrern ist in der Tat nervig, aber bei uns sind die in der Regel auch recht freundlich. Sie haben's auch nicht leicht, müssen immer warten, um einen Berg hinabrasen zu können. Geht ja nicht, wenn gerade einer langsam, sehr langsam hinauf gewandert kommt. Tja, die Natur ist halt für alle da...

    LG Andrea und Linda

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